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	<title>DenkReiz &#187; Medienbarriere</title>
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	<description>Politisches Blog über Deutschland, Europa und die Welt</description>
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		<title>Ein Lichtblick nach acht Jahren Gleichschaltung</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 15:17:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FB</dc:creator>
				<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>9/11, der 11. September, seit Jahren vorgeschobener Grund aller Kriege und Bürgerrechtsbeschneidungen, Ausrede für eigene Kriegsverbrechen und Sockenpuppe des Staatsterrorismus im islamistischen Gewand, erfährt nach 8 Jahren endlich journalistisch adäquate Behandlung. Focus Money hat einen Artikel von Oliver Janich veröffentlicht, der auf 5 Seiten ausführt, wo die offizielle Theorie hakt, wo sie erst gar keine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>9/11, der 11. September, seit Jahren vorgeschobener Grund aller Kriege und Bürgerrechtsbeschneidungen, Ausrede für eigene Kriegsverbrechen und Sockenpuppe des Staatsterrorismus im islamistischen Gewand, erfährt nach 8 Jahren endlich journalistisch adäquate Behandlung. <a href="http://www.focus.de/finanzen/news/terroranschlaege-vom-11-september-2001-wir-glauben-euch-nicht_aid_467894.html">Focus Money</a> hat einen Artikel von Oliver Janich veröffentlicht, der auf 5 Seiten ausführt, wo die offizielle Theorie hakt, wo sie erst gar keine Erklärungen liefert und wo schlichtweg gelogen wird.</p>
<p>Es gibt einiges am Artikel zu kritisieren. Er verheddert sich etwas im Ungefähren und versteift sich in punkto Zusammenbruch von WTC 1 und 2 und dem Loch im Pentagon auf widerlegte Theorie. <a href="http://www.medienanalyse-international.de/index1.html">MAI</a> nennt das zurecht &#8220;Popanz-Hauen&#8221;. Außerdem werden im Artikel die wichtigsten und triftigsten Indizien überhaupt nicht genannt, darunter etwa der fehlende Beweis für die Anwesenheit der Attentäter in den Flugzeugen, die fehlende Identifikation der Attentäter-Leichen, die geschlossenen Cockpit-Türen, die Verstrickung der Geheimdienste, das Insider-Trading und die konsequente Beweisvernichtung. Janich entschuldigt das mit begrenztem Platz. Obwohl er sichtlich bemüht ist, möglichst viel unterzubringen, hätte er zugunsten dieser eindrücklichen Fakten ruhig auf ein paar gewollt zweifelnde, aber relativ substanzlose Bemerkungen verzichten können.</p>
<p>Trotzdem ist der Artikel ein Anfang. Die Courage und der Durchsetzungswille des Autors sind zu honorieren. Davon könnten sich andere mehr als nur eine Scheibe abschneiden. Denn: Dass erst acht Jahre vergehen müssen, bis ein Mainstream-Printmedium die offizielle Theorie anzweifelt, sagt alles über den Zustand des Journalismus in diesem Land.</p>
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		<title>Die Hetze gegen den Iran in der deutschen Presse</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 17:16:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FB</dc:creator>
				<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Medienbarriere]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Nach den Wahlen im Iran, die Präsident Ahmadinedschad mit überwältigendem Vorsprung gewann, wurden sowohl im Iran als auch in der westlichen Presse Stimmen laut, die Wahl wäre gefälscht. Durch die Propaganda der Verlierer und der westlichen Medien fühlten sich viele Iraner angestachelt, einige rochen auch sicher die Chance, der Gegenwart ihren Stempel aufzudrücken und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach den Wahlen im Iran, die Präsident Ahmadinedschad mit überwältigendem Vorsprung gewann, wurden sowohl im Iran als auch in der westlichen Presse Stimmen laut, die Wahl wäre gefälscht. Durch die Propaganda der Verlierer und der westlichen Medien fühlten sich viele Iraner angestachelt, einige rochen auch sicher die Chance, der Gegenwart ihren Stempel aufzudrücken und die Regierung zu stürzen. Viele protestierten in Teheran gegen die Wahl und forderten eine Neuauszählung oder gar Neuwahlen.</p>
<p>Der überwältigende Teil des Irans blieb allerdings ruhig. Die kurz aufgeflammten Proteste sind mittlerweile wieder abgeflaut, wohl auch wegen des teils harschen Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen nicht erlaubte Demonstrationen. Eine Revolution hätte Rückhalt im Militär und den Milizen sowie Teilen des Establishments gebraucht, um sich durchzusetzen. Nichts davon war dem Versuch beschieden, der sich in den letzten Wochen im Iran abspielte.</p>
<p>Über die Wahl selbst wurde in der deutschen Presse tendenziös bis hin zur offenen Lüge berichtet. Eine Wahlfälschung in dem Ausmaß, dass ein so hoher Vorsprung statt einer Niederlage herauskommt, ist im Iran schlicht unmöglich, wie der angloamerikanische Thinktank <a href="http://www.stratfor.com/weekly/20090622_iranian_election_and_revolution_test">Stratfor</a> ausführt (sicher keine friedliebenden Iran-Fans): &#8220;We continue to believe two things: that vote fraud occurred, and that Ahmadinejad likely would have won without it.&#8221; Es ist davon auszugehen, dass an einigen Stellen Wahlfälschung betrieben wurde (wohl von allen Parteien), dies aber keinen nennenswerten Einfluss auf das Wahlergebnis hatte. Außerdem wäre ein so weitreichender Betrug nicht kampflos vom wehrhaften iranischen Volk aufgenommen worden &#8211; der Aufstand hätte auf mehrere Regionen übergegriffen. Doch nichts davon war zu sehen. So ist anzunehmen, dass die Verlierer um Moussavi die Entrüstung und Enttäuschung der Menschen aus den reicheren Vierteln Teherans zum Anlass genommen haben, Wahlfälschung zu vermuten. Dadurch dass so schnell nach der Wahl eine &#8220;Farbenrevolution&#8221; ausgerufen wurde, könnte man auch auf eine verdeckte Beteiligung der CIA bzw. der USA schließen, wie dies bei der &#8220;Orangenen Revolution&#8221; der Ukraine oder der &#8220;Rosenrevolution&#8221; Georgiens der Fall war. Noch ist in dieser Richtung allerdings nichts bewiesen, aber es bleibt spannend.</p>
<p>Wie damals im Falle der Fehlübersetzung seines Zitats, Israels Besatzungsregime müsse Geschichte werden (&#8221;muss von den Tafeln der Zeit verschwinden&#8221;), das die westliche Presse umdichtete in einen antisemitischen Vernichtungswillen. Selbst wenn klar wird, dass man völlig am Ziel vorbeigeschossen hat, wird munter weiter Dichtung statt Wahrheit geschrieben.</p>
<p>So auch jetzt: Zur Amtseinführung von Ahmadinedschad wollte dieser dem geistigen Oberhaupt Chamenei einen Handkuss geben. Chamenei zog seine Hand aber zurück, worauf Ahmadinedschad ihm die Schulter küsste. Die westliche Presse nahm diesen Vorfall als willkommenen Anlass, gegen Irans Regierung zu hetzen, und erging sich in Spekulationen über Zerwürfnisse in der iranischen Staatsführung.</p>
<p>Dabei ist die Sache ganz anders, wie <a href="http://www.muslim-markt.de/forum/messages/1010.htm">muslim-markt.de</a> ausführt: Der Handkuss ist ein Zeichen höchsten Respekts. Bei seiner ersten Amtseinführung küsste Ahmadinedschad dem Oberhaupt noch die Hand und dieser ließ ihn gewähren. Nachdem er sich nun in seiner ersten Amtszeit Verdienste erworben hat, wollte Chamenei ihn nicht mehr diese unterwürfige Geste vollführen lassen und zog deswegen seine Hand zurück. Es handelt sich hierbei also um ein Zeichen, dass der Kusswillige auf der selben Stufe steht und diese respektvolle Geste unnötig ist. Da Ahmadinedschad trotzdem seine Ehrerbietung zeigen will, küsst er den geistigen Führer auf die Schulter. Dieses Ritual ist laut Muslim-Markt gängige Praxis in vielen islamischen Gesellschaften und zum Beispiel im familiären Umfeld durchaus üblich, bspw. gegenüber Vater und Onkel.</p>
<p>Wieder zeigt sich die völlige Ahnungslosigkeit der westlichen Presse, die zu mehr als dummer Häme nicht fähig scheint. Außerdem wird wieder mal die infame Hetze aufgezeigt, mit der gegen unliebsame Personen vorgegangen wird. Anscheinend sind sich die Schreiberlinge für nichts zu schade. Außerdem wird wieder einmal die Ignoranz gegenüber dem Islam offensichtlich. Anscheinend hat sich keine Redaktion die Mühe gemacht, mal jemanden zu fragen, der sich mit der dortigen Kultur und dortigen sozialen Riten auskennt. Stattdessen findet sich in allen Leitmedien diese Peinlichkeit (z.B. <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,640151,00.html">Spiegel</a>, <a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article4251405/Mysterioese-Zeremonie-zur-Amtseinfuehrung-im-Iran.html">Welt</a>, <a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4544134,00.html">Deutsche Welle</a> und etwas gemäßigter <a href="http://www.bild.de/BILD/news/telegramm/news-ticker,rendertext=9253594.html">Bild</a> und die <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/452/482903/text/">SZ</a>). Beim Artikel der DW ist der Mann auf dem Foto nicht mal Chamenei, sondern angeblich Parlamentspräsident Schahroudi (ich kann die zwei aber auch schwer unterscheiden).</p>
<p>Nur noch peinlich&#8230;</p>
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		<title>ZDF macht Front gegen Links</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jul 2009 22:42:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FB</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei]]></category>
		<category><![CDATA[Lafontaine]]></category>
		<category><![CDATA[Medienbarriere]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Der erste, der in der &#8220;Sommerinterview&#8221;-Reihe vom ZDF interviewt wurde, war Lafontaine von der Linkspartei. Das Interview ist deswegen bemerkenswert, weil es alle Elemente der Medienkampagne gegen die Linke zeigt. Der Interviewer Frey versucht gar nicht erst, neutral und objektiv zu wirken, sondern reitet auf den ewig gleichen Vorurteilen. Das Interview ist auch deswegen gut, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der erste, der in der &#8220;Sommerinterview&#8221;-Reihe <a href="http://www.youtube.com/watch?v=O5CmCjpPN8c">vom ZDF interviewt</a> wurde, war Lafontaine von der Linkspartei. Das Interview ist deswegen bemerkenswert, weil es alle Elemente der Medienkampagne gegen die Linke zeigt. Der Interviewer Frey versucht gar nicht erst, neutral und objektiv zu wirken, sondern reitet auf den ewig gleichen Vorurteilen. Das Interview ist auch deswegen gut, weil Lafontaine zum ersten Mal die Medienbarriere anspricht, mit der die Linke zu kämpfen hat. Viel der restlichen Zeit wurde damit verplempert, dass Frey Lafontaine wiederholt vorwarf, er habe 1999 &#8220;hingeschmissen&#8221;. Anscheinend kann man beim ZDF nicht von Rücktritt sprechen, wenn ein Minister aus Überzeugung (Widerstand gegen deregulative Finanzpolitik und gegen den Kosovokrieg) seinen Hut nimmt. Wer es sich ansieht, sollte auch darauf achten, wie eklatant wenig über <em>Inhalte</em> gesprochen wird.</p>
<p>Aber damit nicht genug: Frey konnte es nicht damit bewenden lassen, das Interview völlig in den Sand zu setzen. Ein paar Tage danach posiert er triumphierend auf der <a href="http://berlindirekt.zdf.de/ZDFde/inhalt/28/0,1872,7603772,00.html">Internetseite des ZDF</a> und meint, er habe Lafontaine den Zahn gezogen &#8211; &#8220;Der Mythos Oskar verblasst&#8221;. Er stellt sich selbst als Opfer, als &#8220;Punching Ball&#8221; dar. Der Mann scheint tatsächlich zu glauben, seine Leser hätten das Interview nicht gesehen. Er beweist außerdem bemerkenswerte politische Unkenntnis für einen führenden Journalisten des ZDF. So schreibt er:<span id="more-21"></span></p>
<blockquote><p>Außerdem grenzt Lafontaines Verteidigungsargument an Selbstgerechtigkeit, er habe wie kaum ein anderer 25 Jahre politische Verantwortung wahrgenommen. Die meisten anderen Spitzenpolitiker im Rentenalter, man denke an Kurt Beck im Nachbarland Rheinland-Pfalz, haben Ähnliches vorzuweisen &#8211; ohne die sich selbst und andere zerstörenden Brüche in Lafontaines Biographie.</p></blockquote>
<p>Gerade bei Kurt Beck ist sehr wohl ein Bruch auszumachen, nämlich sein ungewolltes &#8220;Hinschmeißen&#8221; in der Bundespolitik aufgrund einer Intrige im SPD-Führungszirkel. Lafontaine können wenige deutsche Politiker das Wasser reichen, allein schon, was die politische Erfahrung angeht. Frey registriert weder im Interview noch im Artikel, dass er gegen die Realität chancenlos ankämpft.</p>
<p>Das Interview selbst möge jeder selbst bewerten anhand obiger Kriterien bewerten. Allein der Text reicht schon aus, um die manipulative Art von Frey deutlich zu machen. Die ersten beiden Absätze behandeln die Verhandlungen um den Drehort. Während beispielsweise Steinmeier an einem schönen alten Tisch vor traumhafter Aussicht hoch auf einer Almhütte in Tirol interviewt wird, muss sich Lafontaine an einen Tisch stellen, der genauso gut vor einer Pommesbude stehen könnte. Außerdem fand sein Interview inmitten der Saarbrückener Fußgängerzone statt &#8211; zwar ein schöner Ort, aber eher für ein kurzes Statement als für ein längeres Interview geeignet. Frey versucht trotzdem, sich auf Lafontaines Kosten zu profilieren und beschwert sich, dieser habe an landschaftlich reizendere Orte gewollt, um ihm den Schwarzen Peter zuzuschieben.</p>
<p>Dann behauptet er, die Saarbrückener Bürger wären es gewesen, die Lafontaine ein &#8220;Hinschmeißen&#8221; attestieren. Ich sehe mal von der unsäglichen journalistischen Praxis ab, irgendwelche Bürgerbefragungen so zusammenzuschneiden, dass der Eindruck aufkommt, den man selbst vermitteln will. Die Behauptung ist schlicht falsch, denn es war für jeden Zuschauer erkennbar, dass Frey genau auf diesen Punkt kommen wollte und ihm der Rest des Interviews völlig egal war. Wie ein kleines Kind freut er sich darüber, mit seiner Impertinenz Lafontaine genervt zu haben (&#8221;das gelingt in einem Interview selten&#8221;). Er feiert seinen unterirdischen Stil als Enthüllungsjournalismus, als vermeintlichen Beweis eines wunden Punktes. Frey scheint völlig merkbefreit zu sein, dass es auch einfach sein könnte, dass sein Gegenüber gerne aktuellere Themen beim Sommerinterview 2009 behandeln möchte, und nicht haarsträubende Interpretationen der Geschehnisse im Jahr 1999.</p>
<p>Im Rest des Artikels macht er keinen Hehl mehr aus seinem Kreuzzug. Er bringt nochmal die uralte &#8220;Schweinejournalismus&#8221;-Affäre zur Sprache, wirft Lafontaine vor, er wäre nie mit seinem freiwilligen Ausscheiden aus der SPD zurechtgekommen (!), er könne kaum ruhig stehen und würde abschätzig und hochmütig lächeln. Frey wirft mit Dreck und hofft, es möge irgendetwas hängen bleiben. Es ist erschreckend, dass sich das ZDF für so eine Kampagne hergibt.</p>
<p>Wer dachte, mit einem Mal Nachtreten wäre es bei Frey auch wieder gut, hat sich getäuscht: Wenige Tage später erschien von ihm ein zweiter Artikel, diesmal unter dem Aufmacher <a href="http://berlindirekt.zdf.de/ZDFde/inhalt/23/0,1872,7605655,00.html?dr=1">&#8220;Die Behauptungen des Oskar Lafontaine&#8221;</a>. Darin versucht er sich weiter (erfolglos) als Enthüllungsjournalist. Eine wirklich peinliche Nummer, die mich dazu verleitet hat, dem ZDF einen Leserbrief zu schreiben:</p>
<blockquote><p>Die Partei Die Linke hat seit Jahren mit einer Medienbarriere zu  kämpfen. Bisher konnte man den öffentlich-rechtlichen Sendern  attestieren, zumindest den Schein der Objektivität und Neutralität zu  wahren. Das Sommerinterview von Lafontaine schlägt dem Fass aber den  Boden aus. Nicht nur, dass die Hälfte der Zeit auf das Jahr 1999  eingegangen wird, auch inhaltlich befanden sich die Fragen in  seichtestem Gewässer. Soll die Interview-Serie der Politprominenz zu 20  Minuten Ruhm verhelfen oder sollte es nicht eher um Inhalte gehen?</p>
<p>Was mir und vielen anderen aber noch viel mehr aufstößt: Ihr Herr Frey  beweist einen religiösen Eifer bei seinem Kreuzzug gegen Lafontaine. So  hat er nicht nur unter &#8220;Wunder Punkt&#8221; auf den Seiten des ZDF gegen  Lafontaine nachgetreten, sondern nun auch in einem Nachtrag noch  vermeintliche Fakten geliefert bzw. vermeintliche Falschaussagen  widerlegt. Ich frage mich, für wie dumm Herr Frey die Leser hält.  Trotzdem möchte ich sie bitten, den wildgewordenen Pitbull  zurückzupfeifen, denn anscheinend hofft er, dass von seinem Schlamm, den  er wirft, doch irgendwas kleben bleibt.</p>
<p>In seinem neuesten Artikel behauptet er u.a. &#8220;Dazu bedarf es einer  gründlicheren Recherche, besonders im Fall von Lafontaine. In der  Sendung &#8220;Anne Will&#8221; hatte er behauptet, Angela Merkel habe &#8220;in Moskau  studiert&#8221;, was sich anschließend auch als falsch herausstellte&#8221;.<br />
Das ist falsch, denn Lafontaine meinte, Merkel habe in Moskau studieren  <span><span>_</span>dürfen<span>_</span></span>. Es ist außerdem bekannt, dass Frau Merkel einen  Studienaustausch nach Moskau mitmachte.</p>
<p>Desweiteren wirft er folgendes ins Feld: &#8221; Im Sommerinterview behauptete  Lafontaine auch, die Linken seien &#8220;die einzige Partei, die sich gegen  die Rentenkürzung gewandt hat&#8221; &#8211; und ignoriert den (jüngst bei Union und  SPD umstrittenen) Beschluss der Großen Koalition, eine Rentengarantie  abzugeben &#8211; also das Versprechen, die Renten nicht zu kürzen, selbst  wenn das Durchschnittseinkommen, bisher die Grundlage für die  Rentenberechnung, fällt. Ergo: Es waren die Parteien der Großen  Koalitionen, die den unter Gesichtspunkten der Generationengerechtigkeit  und finanzpolitischen Nachhaltigkeit durchaus fragwürdigen Beschluss  fassten, die Renten nicht zu kürzen.&#8221;<br />
Auch hier hat Herr Frey nicht ordentlich zugehört. Der Linken geht es um  reale Kürzungen, die zweifelsohne seit vielen Jahren die Rente  schmälern. Die Inflation frisst die geringen Erhöhungen auf und so haben  die Rentner von Jahr zu Jahr weniger. Eine Rentengarantie ist  wahlkampftaktische Augenwischerei und keine Wendung gegen (reale)  Rentenkürzungen.</p>
<p>Im nächsten Absatz zweifelt man fasst an Herrn Freys Intellekt, denn er  schreibt: &#8220;Auf die Frage, ob er Frank-Walter Steinmeier das Kanzleramt  zutraue, antwortete Lafontaine, er sei mit ihm &#8220;gut zurecht gekommen,  als er Chef des Kanzleramts war&#8221;. Eine für Lafontaines Verhältnisse fast  schmeichelnde Aussage, aber nicht korrekt. Steinmeier wurde nämlich, als  Nachfolger von Bodo Hombach, erst am 7. Juli 1999 Chef des Kanzleramts.  Da war Lafontaine schon fast vier Monate aus dem Finanzministerium  ausgeschieden.&#8221;<br />
Anscheinend fällt ihm gar nicht auf, dass ein gutes Verständnis zwischen  Politikern auch dann möglich ist, wenn grade einer von beiden kein Amt  bekleidet.</p>
<p>Dass unqualifizierte Arbeitnehmer in Luxemburg mit knapp unter 10 Euro  bezahlt werden, hat Lafontaine auch erwähnt &#8211; auch das entging  (möglicherweise absichtlich?) den Ohren des Herrn Frey.</p>
<p>Summa summarum möchte ich Sie bitten, einen solch parteiischen und  manipulativen Journalisten nicht für solche Interviews einzusetzen. Ich  denke, das ZDF nimmt über die GEZ-Gebühren genug Geld ein, um sich  einigermaßen neutrale Moderatoren leisten zu können. Desweiteren bitte  ich Sie, Herrn Frey auf seine journalistische Rolle hinzuweisen, deren  Ethos eigentlich verlangen sollte, keinen Kreuzzug gegen einen Politiker  bzw. eine Partei zu führen, so sehr sie ihm auch widerstreben mag. Und  zu guter Letzt wäre es nett, wenn Sie ihm nahelegen, dass er als  (ehemaliges?) Aushängeschild ihres Senders doch gründlicher  recherchieren sollte, anstatt es nur zu behaupten.</p></blockquote>
<p>Es überrascht selbst mich, dass solch offensichtliche Manipulationen auf kein größeres Medienecho treffen. Die meisten ziehen sogar kritiklos mit (natürlich allen voran die Springer-Presse, aber bei denen kein Wunder). Mich schockiert viel mehr, dass sich das ZDF für so eine billige Meinungsmache hergibt und jeden journalistischen Ethos fallen lässt. Es ist haarsträubend, dass solche Witzfiguren von den GEZ-Geldern bezahlt werden. Von den vielen Millionen sollte man sich eigentlich ordentliche Journalisten leisten können, die zumindest den Anschein der Neutralität wahren und sowohl für die Kulisse als auch für die Interviewfragen ein Händchen haben. Es wurde ja versprochen, dass Merkel, Steinmeier und die anderen Interviewpartner in ähnlicher Weise angegangen werden. Man darf gespannt sein, ob Westerwelle zur Steuerhinterziehung und Spendenskandal der FDP befragt wird, ob Merkel zu ihrer Vergangenheit in FDJ und möglicherweise Stasi befragt wird, ob Steinmeier zur Mithilfe beim Irak-Krieg befragt wird und Özdemir (?) zu seinen Verbindungen zu amerikanischen Lobbyorganisationen. Ich habe allerdings wenig Hoffnung.</p>
<p>Das einzig tröstliche ist die unbewusste Erkenntnis Freys, dass er nicht zu den anständigen Journalisten zählt. Es wäre gut, wenn sowohl er als auch das ZDF daraus die richtigen Schlüsse ziehen.</p>
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