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Bundeswehr lässt Zivilisten bombardieren – 60-90 Tote

Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr hat heute ein neues trauriges Kapitel hinzubekommen. Ein für die NATO-Truppen gedachter Tanklastzug war von Aufständischen entführt worden. Aufklärungstrupps der Bundeswehr lokalisierten das Objekt und forderten NATO-Bomber an, um den Tanklastzug zu zerstören. Dadurch hätte eine mögliche Verwendung als Bombenmaterial verhindert werden sollen, behauptet das Militär. Die Wahrheit ist allerdings eine andere: Die Entführer verteilten das Benzin kostenlos an Einwohner eines Dorfes.

Die Bomber scherten sich darum nicht (wussten es wohl auch nicht) und warfen ihre tödliche Fracht ab. Mehrere Dutzend Menschen starben. Während die NATO insistiert, es wären weniger als 50 und allesamt Aufständische, geht der Gouverneur der Provinz Kundus von mindestens 90 Toten aus. Die Wahrheit wird wohl dazwischen liegen und wirft ein bezeichnendes Bild auf die Taktik der NATO. Statt klaren Entschuldigungen und einem geneigten Haupt streitet man lieber um Opferzahlen. Um Zivilisten kümmert man sich offensichtlich einen Scheißdreck.

Seit dem völkerrechtswidrigen Überfall im Jahr 2001 hat die NATO und mit ihr die Bundeswehr in Afghanistan nichts, aber auch gar nichts erreicht, was irgendwie positiv zu werten wäre. Von Frieden und Demokratie ist das Land Lichtjahre entfernt. Hilfsorganisationen beklagen die Anwesenheit des Militärs, da sie die Arbeit erschwert und die Organisationen selbst zum Ziel macht. Sie erscheinen den Aufständischen als Kollaborateure der Besatzer, da sie unter deren Schutz stehen. Die Wahl war massiv gefälscht und durch die Drohungen der Taliban angesichts der niedrigen Beteiligung in einigen Gebieten eine Farce. Präsident Karzai ist zwar seinen westlichen Haltern auch nicht mehr genehm, aber einen folgsameren scheint es dann auch nicht zu geben. Man kann auch davon ausgehen, dass seine amerikanischen Verbindungen ihn an der Macht halten. Er war zum Beispiel Kollege von Dick Cheney bei UNOCAL (Film ab 1:20h nur mit starkem Magen weiterschauen), der Ölfirma, die vor dem Einmarsch gerne eine Öl-Pipeline aus Zentralasien durch Afghanistan gebaut hätte. Da die Taliban aber die amerikanischen Konditionen nicht akzeptieren wollten, drohten die Amerikaner:

Either you accept our offer of a carpet of gold, or we bury you under a carpet of bombs.

Zufällig kam ja dann 9/11 und zufällig griffen die Amerikaner Afghanistan an, obwohl keiner der angeblichen Entführer aus dem Land kam und die Taliban für keinen Terroranschlag außerhalb Afghanistans verantwortlich waren. Dieser Krieg ist glasklar völkerrechtswidrig, hat absolut keine Grundlage und ist überdies sinnlos, denn nach 8 Jahren ist der Widerstand noch größer als je zuvor. Wen wundert es bei solchen Verbrechen. Der Mohnanbau blüht, die Opium-Ernten brechen jedes Jahr Rekordwerte und die Verluste der NATO mehren sich. Die Bevölkerung Afghanistans hat sowieso nichts außer Leid von der Besatzung. Immer mehr werden wie beschrieben die Hilfsorganisationen nun auch ins Fadenkreuz gelangen. Zusätzlich schürt die Besatzung den Islamismus und importiert damit den Terror auch nach Europa.

Es zeigt die tiefe Verkommenheit der politischen Kaste dieses Landes, dass wir uns seit 8 Jahren an diesem unbegründeten Desaster beteiligen. Wie der heutige Tag beweist, sind wir nicht mehr nur Mitwisser und Komplizen des amerikanischen Massenmords, sondern mittlerweile auch Täter. Welch Schande muss die Bundeswehr noch auf Deutschland laden, bis sie zurückgezogen wird? Wie lange wollen die Kriegsverbrecher an der Spitze dieses Staates noch Soldaten verheizen und ein fremdes Land besetzen? Am deutschen Wesen wird die Welt sicher nicht genesen, das dürfte nun auch dem letzten Afghanen klar geworden sein.

Es wäre wirklich an der Zeit, sich den (zugegeben unverzeihlichen) Fehler einzugestehen und den Rückzug anzutreten. Das Volk ist sowieso mehrheitlich dafür. Oh wäre es doch auch gleichzeitig so mutig, die Schreibtischtäter von CDU, CSU, SPD und Grünen für ihre Sturheit und Niederträchtigkeit abzustrafen…


Quelle u.a.: ZEIT

Update 19.00 Uhr: Inzwischen rudert die NATO zurück und gesteht zivile Opfer ein. Sie bedauert den Zwischenfall, immerhin. Trotzdem ist das viel zu wenig. Das deutsche Verteidigungsministerium wagt es trotzdem noch sich zu entblöden und nimmt weiterhin das Wort “Krieg” für Afghanistan nicht in den Mund. Newspeak in Reinform. Wann verklagt endlich jemand diese Irren? Denn wenn dort kein Krieg ist, dann herrscht doch auch kein Verteidigungsfall, somit ist der Einsatz verfassungswidrig und die involvierten Soldaten per Gesetz auch Mörder.

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