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Irak-Veteran: Wikileaks zeigt den Alltag im Irak

Das Wikileaks-Video, in dem mehrere Zivilisten und Journalisten von einem Apache dahingemetzelt werden, auf Babys geschossen und eine Leiche absichtlich überfahren wird, zeigt laut einem Soldaten der selben Kompanie nur den Alltag im Irak.

Auch das Vertuschen von Morden an Zivilisten hat System (sog. “Weapon Dropping”). Die Waffenfunde bei der Gruppe, die im Wikileaks-Video waffenlos zu sehen ist, entstammen wahrscheinlich dieser Praxis.

Vor allem die schockierenden Kommentare der Helikopter-Crew (”Just pick up a weapon and you’re dead”, “Haha, right through the windshield” etc.), ihr Sadismus und höhnisches Gelächter sind nach den Aussagen des Veteranen absolut harmlos im Vergleich zu allem, was in der Ausbildung gelehrt wird. Das Heranzüchten von Killern scheint also zu funktionieren. Allerdings können viele doch nicht ihr Gewissen abschalten.

Hier geht es um den Irak-Krieg und die Besatzung, doch glaube keiner, dass es in Afghanistan anders wäre. Es ist eine Schande, dass wir unsere Soldaten gegen den Auftrag des Grundgesetzes dorthin schicken und sie solchen Gewissenskonflikten aussetzen. Denn jeder von ihnen weiß, dass Deutschland nicht am Hindukusch verteidigt wird und sie Teil einer Besatzungsarmee sind, dass sie willfährige Wasserträger der Amerikaner sind und mehr Zivilisten als Widerstandskämpfer töten. Es ist meines Erachtens die Pflicht eines jeden, für das Ende der Besatzung und des Krieges einzutreten und zwar so schnell wie möglich. 70% der Amerikaner sind dafür, die Truppen sofort heimzuholen und bei uns sind es ähnlich viele. Trotzdem spricht sich hierzulande nur eine Partei dafür aus. Ironischerweise die, die der Verfassungsschutz beobachtet. Da ruft mal wieder der Dieb “Haltet den Dieb!”.

Ich hoffe inständig, dass hüben wie drüben große Bewegungen entstehen, die die kriegsgeile Elite aus den Ämtern jagen. Die derzeitigen Kriege sind grundfalsch und so antidemokratisch, wie es nur geht. Es ist sowieso jetzt schon eine historische Schande, dass wir den Status Quo (Bombenregen in Jugoslawien, Besatzung in Afghanistan usw.) so lange dulden.

We are told we are fighting terrorists. The real terrorist was me. And the real terrorism is this occupation. (…)

We need to wake up and realize that our real enemies are not in some distant land, they are not people whose name we don’t know and cultures we don’t understand. The enemy is people we know very well and we can identify. (…) Our enemy is not 5000 miles away, they are right here at home.

(Mike Prysner, Iraq Veterans Against the War (IVAW))

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