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FDP trollt sich selbst

Herrlich :)

Hartz IV – Die Büchse der Pandora

(via Feynsinn)

Auf den Punkt gebracht

Ans deutsche Volk, von Ulm bis Kiel:
Ihr esst zu oft! Ihr esst zu viel!
Ans deutsche Volk, von Thorn bis Trier:
Ihr seid zu faul! Zu faul seid ihr!

Und wenn sie auch den Lohn entzögen!
Und wenn der Schlaf verboten wär!
Und wenn sie euch so sehr belögen,
dass sich des Reiches Balken bögen!
Seid höflich und sagt Dankesehr.

Die Hände an die Hosennaht!
Stellt Kinder her! Die Nacht dem Staat!
Euch liegt der Rohrstock tief im Blut.
Die Augen rechts! Euch geht’s zu gut.

Ihr sollt nicht denken, wenn ihr sprecht!
Gehirn ist nichts für kleine Leute.
Den Millionären geht es schlecht.
Ein neuer Krieg käm ihnen recht,
So macht den Ärmsten doch die Freude!

Ihr seid zu frech und zu begabt!
Seid taktvoll, wenn ihr Hunger habt!
Rasiert euch besser! Werdet zart!
Ihr seid kein Volk von Lebensart.

Und wenn sie euch noch tiefer stießen
und würfen Steine hinterher!
Und wenn Sie euch verhaften ließen
und würden nach euch Scheiben schießen!
Sterbt höflich und sagt Dankesehr.

Erich Kästner, 1928

Zurück zur Steinzeit

In ihrem Raubzug gegen die Kunden und Kreativen macht die Musikbranche auch vor den Kindern nicht mehr halt. So treibt seit einiger Zeit die GEMA für die VG Musikedition Gebühren ein und kassiert dabei auch Kindergärten ab. Hierzu ein eigener Erfahrungsbericht aus dem Leben einer Musikschule.

Die GEMA, ihres Zeichens eine der widerlichsten Institutionen auf deutschem Boden, macht mal wieder von sich reden. Sie agiert für die VG Musikedition als Inkassobüro und schickt ihre Steuervogte nun auch in Kindergärten.

Bisher ist mir die VG Musikedition nicht negativ aufgefallen, was sich aber seit einigen Monaten rapide geändert hat. Möglicherweise steckt dahinter der Wechsel in der Führungsspitze, wie Telepolis mutmaßt. Denn Ende letzten Jahres startete die VG Musikedition ihre Kampagne gegen die privaten Musikschulen und versucht seitdem, mittels verkappter Drohungen die klammen Kassen der Schulen weiter zu melken.

Da ich selbst an einer Musikschule aktiv bin, möchte ich euch den Erpresserbrief der VG Musikedition nicht vorenthalten. Vergrößern könnt ihr sie durch Draufklicken. Entschuldigt die Qualität (Handy-Cam).

VGM Seite 1 VGM Seite 2 Schulschreiben

Gehen wir das Ganze mal durch:

Das Schreiben der VG Musikedition (VGM) beginnt mit einem Verweis aufs Urheberrechtsgesetz, namentlich §53 Abs. 4a UrhG. Darauf basierend wird behauptet, dass das “Fotokopieren von Noten stets nur mit Einwilligung des Berechtigten (hier die VG Musikedition) zulässig” ist. Ohne jede Bescheidenheit beansprucht die VGM also mal kurz alle schriftlich niedergelegten musikalischen Werke für sich.

Kurz sacken lassen… weiter. Es werden Ausnahmen genannt, die da wären:

  • (Manuelles) Abschreiben der Noten
  • §53 Abs. 2 Satz 1 UrhG
  • Eigengebrauch bei einem seit mindestens zwei Jahren vergriffenen Werk

Wer nun dachte, das wäre ja einzusehen (und es steht ja auch im §53), wird eines besseren belehrt, denn “Ausnahmen spielen allerdings hier keine Rolle”. Die VGM beweist dies durch Behauptung (also gar nicht) und meint wohl jede Musikschule zu kennen. Dann der ganz dicke Hammer:

Danach ist das Fotokopieren von Noten praktisch verboten.

Auch das kurz mal sacken lassen: Die VGM sagt, sie habe Rechte an allen musikalischen Werken und das Fotokopieren eines Werks sei praktisch verboten.

Die (imho frei interpretierte) Gesetzeslage hält die VGM nicht überraschend für “sinnvoll”. Nach kurzem Heucheln von Verständnis für die Lage der Musikschulen wird die passende Lösung serviert:

Seit kurzem gibt es nun die Möglichkeit für Musikschulen, einen einfachen und konstengünstigen Lizenzvertrag mit der VG Musikedition als Inhaberin der entsprechenden Rechte abzuschließen, der das legale Kopieren von Noten ohne vorheriges aufwändiges Kontaktieren der Musikverlage in nachfolgend beschriebenem Umfang ermöglicht:

  • Kopien von so genannten “kleineren” Werken mit einer Spieldauer von max. 5 Minuten
  • Kopien von Teilen/Ausschnitten von Werken oder Ausgaben (max. 20% des gesamten Werkes bzw. der gesamten Ausgabe)
  • Kopien zum besseren Umblättern (Wendestellen)
  • Kopien für Juroren bei musikschulinternen Wettbewerben

Der vorgeschlagene Lizenzvertrag mit diesen Bedingungen kostet pro SchülerIn 15 Euro pro Jahr, unabhängig von der Nutzung. Ein freundliches Fazit findet sich noch am Ende:

Entweder eine Musikschule verwendet ausschließlich Originale, dann ist nichts Weiteres zu tun. Sollen aber zu bestimmten Zwecken Fotokopien von Noten (oder Liedtexten) – gleich welchen Umfangs – hergestellt werden, muss zwingend ein Lizenzvertrag mit der VG Musikedition geschlossen werden.

Selbstverständlich ist ein solcher Vertrag nicht akzeptabel. Bei meiner Musikschule liegt der Fall so, dass nur etwa ein Viertel aller Schüler Fotokopien in nennenswertem Umfang benötigt. Eine pauschale Zahlung für jeden Schüler ist ergo nicht nur unfair, sondern macht keinen Sinn. Im Endeffekt müssen dann also alle auf Fotokopien verzichten.

Damit aber nicht genug: Um bei Kontrollen nicht belangt zu werden, werden Schüler dazu angehalten, keine Fotokopien in den Unterricht mitzunehmen. Lehrer haben die Aufgabe, jede ausgehändigte Fotokopie wieder zurückzuverlangen und vom Schüler mitgebrachte Fotokopien einzuziehen. Im Ernstfall drohen empfindliche Strafen, weswegen die eh nicht hoch bezahlten Lehrer mit Argusaugen über das Unterrichtsmaterial wachen müssen. De facto läuft die Erpressung durch die VGM also auf eine Selbstzensur und eine beispiellose Paranoia hinaus.

Die Neuregelung führt den Musikunterricht zurück in die Steinzeit. Wenn man das Schutzgeld nicht zahlen kann oder will, sind laut vorliegenden Dokumenten nur noch handgeschriebene Kopien erlaubt oder autorisierte Materialien (sprich Originale, mit Erlaubnis desjenigen Verlags).

Aus dem Schreiben der Musikschule geht außerdem hervor, dass auch Tabs nicht mehr erlaubt sind. Dabei handelt es sich um Noten, die von vielen verschiedenen engagierten Leuten in stundenlangen Sessions (und in oft erstaunlicher Qualität) niedergeschrieben und dann kostenlos der Community zur Verfügung gestellt werden. Oft ist es so, dass Originale gar nicht existieren, da entsprechende Songbooks von keinem Verlag herausgegeben werden (würde sich nicht lohnen). Hin und wieder kam es sogar vor, dass solche Tabs sich plötzlich in kommerziellen Produkten wiederfanden (natürlich ohne Nennung des Autors).

Die Rechtslage gibt der VGM meines Erachtens dort recht, wo sie sich auf Fotokopien von verfügbaren Originalen bezieht. Das kommt sicherlich oft in Musikschulen vor. Ich wage allerdings zu behaupten, dass andere Formen noch weitaus häufiger sind. Im Fall der Kindergärten ist die Lage schließlich so, dass Kinderlieder allgemeines Kulturgut sind. Fotokopien von Liedbüchern sind freilich nicht ohne weiteres erlaubt, aber Kopien von im Internet frei verfügbaren Kinderliedern (z.B. in Tabs) können doch nicht illegal sein? Gleiches gilt für die eben beschriebenen modernen Werke aus Nischen der Musikkultur, die überhaupt nicht in offiziellen Werken vertreten sind und nur durch den Schweiß der Internetcommunity der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Wenn die VGM sich einfach dieses freie öffentliche geistige Eigentum aneignet, ist das nichts anderes als Enteignung.

Es geht allerdings auch anders. Ich war lange Jahre in der Powertab-Gemeinde aktiv (ein einfaches kostenloses Notensatzprogramm), die wegen der frei verfügbaren Tabs einen längeren Streit mit der Musikindustrie ausfocht. Nach einer hochdotierten Klage und der darauf folgenden erzwungenen mehrmonatigen Downtime konnte schließlich ein Kompromiss erzielt werden, der die Plattform unter den Schutz eines Musikverlags stellte.

Eine solche einvernehmliche Lösung, die für beide Seiten einen Gewinn bedeutet, ist mit der VGM noch in weiter Ferne. Nach einer langen Ära des Laissez-Faire setzt sie nun auf Konfrontation, Erpressung, (Selbst)Zensur und Angst, um ihre Forderungen durchzusetzen. Im Moment führt es den Unterricht medientechnisch zurück in die Steinzeit. Mal sehen, wohin es noch weiter führt.

Merkel mit klassischem Eigentor

Merkel bestätigt mal wieder aufs neue Volker Pispers (”Angela Merkel zitiere ich am liebsten wörtlich, ich habe noch keine bessere Möglichkeit gefunden, diese Frau zu beleidigen.”). Bei einem Kongress der Jungen Union in Potsdam schaffte sie es, sowohl “Multikulti” als “absolut gescheitert” zu erklären als auch unsere Kultur “christlich-jüdisch” zu nennen. Leider löste sie sich nicht in einem Unlogikwölkchen auf ;)

Wenn sie mal ihre Indoktrination ablegen würde, müsste ihr schnell auffallen, dass “christlich-jüdisch” die Mischung von zwei Religionen bzw. zwei Kulturen beschreibt und dadurch “Multikulti” ist (Zum Unsinn, der mit dem Wort seit Jahren getrieben wird, hat Feynsinn schöne Worte gefunden). Wenn Multikulti also absolut gescheitert sein soll, dann auch unsere Kultur, so wie sie die Union versteht. Da kann man nicht mal widersprechen.

Stuttgart 21 – Widerstand am Ende

Seit Wochen verfolge ich Stuttgart 21 und die Berichterstattung. Der “Schwarze Donnerstag” (siehe unten) hat beispielhaft gezeigt, wieviel die Demokratie und der Rechtsstaat in Deutschland noch wert sind. Nun wurde Heiner Geißler als Schlichter eingeschaltet und auch die Gegner des Projektes stiegen auf seine Vermittlung ein.

Man muss Geißler Respekt zollen, dass es ihm geglückt ist, den Vertrauensvorschuss in eine Gesprächsgrundlage zu verwandeln und beide Parteien am Verhandlungstisch zu halten. Heute sind die Parkschützer aus den Verhandlungen ausgestiegen. Der Rest sitzt wohl weiter am Tisch. Die Spaltung der Protestbewegung ist damit perfekt. Dem CDU-Mann Geißler ist damit der Todesstoß gelungen, denn die aussteigenden Gruppen lassen sich leicht als Sturköpfe marginalisieren, während den am Tisch sitzenden “Verhandlungspartnern” der Allerwerteste gepudert wird, bis der Schwung und der Dampf aus den Protesten raus ist und unumkehrbare Fakten im Hintergrund geschaffen sind.

Geißler ist für mich ein Phänomen. Seit Jahrzehnten schafft er für seine Partei durch geschickte Schachzüge nützliche Freiräume. Er führte als Generalsekretär die CDU durch geschickte PR in die Erfolgsspur zurück und drängte die SPD bzw. die politische Linke in die Manövrierunfähigkeit. Durch seine Schlichtertätigkeit, seine Kapitalismuskritik und seinen Eintritt bei Attac erwarb er sich auch Zuspruch im neu”linken” Spektrum. Möglicherweise liegt es an diesen Begebenheiten, dass grade die Grünen um Geißler als Schlichter warben. Ich halte es allerdings für wahrscheinlicher, dass die oberen Grünen eher an Geißlers eben beschriebener U-Boot-Funktion interessiert waren, die den Widerstand spalten soll. Mehr zur fragwürdigen Haltung der Grünen im Rahmen S21 bei Spiegelfechter und FixMBR.

Für die CDU in Baden-Württemberg gibt es  noch kostenlos zwei Wahlplakate zur Feier des Tages. Jungs, bedient euch ruhig, ihr habt es euch verdient!

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Rechnernetze (Schicht 2)

Noch ein kleiner Nachtrag zur Schicht 2 in Rechnernetzen.

1 – Aufgaben der Schichten
2 – Verfahren in Schicht 2a
3 – Verfahren in Schicht 2b
4 – Verbindungsprotokolle

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IT-Sicherheit

Ein großes Kapitel der Netzwerke ist deren Sicherheit. Gleichzeitig ist mit diesem Artikel die Reihe zur Informatik und meine Lernzusammenfassung abgeschlossen. Mal hoffen, dass innerhalb des nächsten halben Jahres während der Diplomarbeit mehr Zeit für Kommentare zur Politik bleibt, für die ich dieses Blog eigentlich ins Leben gerufen habe. Nun aber zur IT-Sicherheit, in folgender Weise:

1 – Grundlagen
2 – Kryptologie
3 – Zugriffskontrolle
4 – Sicherheit auf OSI-Schicht 2
5 – Sicherheit auf Schicht 3, 4 und 7
6 – Firewalls und Intrusion Detection
7 – Maßnahmen gegen Spam

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Selbstorganisierende Netze

Zweiter Teil der Reihe über Netzwerke. Heute zum Thema “Selbstorganisierende Netze” wie zum Beispiel Sensornetze oder die von Tauschbörsen bekannten P2P-Netze.

1 – Grundlagen
2 – Zugriffsverfahren
3 – Routingprotokolle
4 – TCP und Varianten

5 – P2P-Systeme

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Verteilte Systeme

Und weiter geht der Reigen… Die nächste Prüfung dreht sich, grob gesagt, um Netzwerktechnik. Erstes von drei Themen sind Verteilte Systeme – also Systeme, in denen Komponenten auf vernetzten, räumlich getrennten Computern durch Message Passing miteinander kommunizieren und ihre Aktionen koordinieren. Wie das genau aussieht, werde ich jetzt beschreiben.

1 – Grundlagen
2 – Suchen und Finden
3 – Dienste
4 – Uhrensynchronisation
5 – Prozesskooperation
6 – Sicherheit
7 – Maßnahmen zur Skalierbarkeit

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